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"You gather the idea that Mauritius was made first and then heaven, and that heaven was copied after Mauritius." - Mark Twain, 1896.

Als Mark Twain Ende des 19. Jahrhunderts diese Worte niederschrieb, verbeugte er sich tief vor der Schönheit dieser tropischen Insel. Der Schriftsteller hatte allen Grund dazu, denn das Eiland ist wahrhaft schön. Spätestens seit der Blauen Lagune ist die Insel im Indischen Ozean aber auch den noch nicht so weit gereisten Menschen ein Begriff. Vor etwa dreißig Jahren noch eher unerschlossen, ist die paradiesische Insel heute mit den meisten großen Fluggesellschaften zu erreichen. Dabei ist vielen Besuchern vielleicht gar nicht bewusst, dass die noch junge Republik erst 1992 gegründet wurde. Bis 1968 war Mauritius noch nicht einmal ein unabhängiger Staat, sondern eine britische Kolonie. Vor den Briten beanspruchten schon die Franzosen die Insel und davor die Holländer, die sie nach ihrem Prinzen Moritz von Oranien (ndl. Prins Maurits van Oranje) benannten. Als erste europäische Nation erreichte aber 1505 die Seefahrer-Nation Portugal das Land. Den deutlichsten Einfluss auf das heutige Mauritius hatten wohl die Franzosen, aus deren Sprache sich die Kreolsprache Morisyen entwickelt hat, die heute von dem Großteil der Bevölkerung gesprochen wird.

Atemberaubende Strände und eine zauberhafte Natur

Die Insel besitzt nicht nur fotogene Strände und freundliche Menschen, sondern auch Korallenriffe, die für jeden Taucher einem Paradies gleichkommen. Fantastisch ist auch das Wetter, wobei aber Regen und Stürme im Sommer (November bis Mai) möglich sein können. Sehenswerte Ausflugsziel gibt es über die ganze Insel verteilt, die im Umfang nur etwa 330 Kilometer misst und so mit einem Leihwagen gut zu erfahren ist. Zwei der Hauptattraktionen sind das Blue Penny Museum und der Pamplemousses Gardens. Das Blue Penny Museum liegt im Le Caudan Waterfront, einem Einkaufszentrum in der Bucht der Hauptstadt Port Louis.

Die Blauen-Mauritius-Briefmarken

Das Museum besitzt eine von nur vier in der Welt existierenden, nicht benutzten Blauen-Mauritius-Briefmarken, sowie eine der zwei existierenden unbenutzten Roten-Mauritius-Briefmarken. Die beiden Originale sind zum Schutz für nur zehn Minuten pro Stunde zu sehen, den Rest der Zeit werden zwei Kopien zur Schau gestellt. Die überaus wertvollen Briefmarken sind wohl die bekanntesten der Welt, vor allem die Blaue Mauritius dürfte den meisten Menschen ein Begriff sein. Die Pamplemousses Gardens (off. Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanic Garden) liegen im Norden der Insel, etwa acht Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Port Louis. Benannt nach dem ersten Premierminister des Landes, Seewoosagur Ramgoolam, unter dem das Land in die Unabhängigkeit geführt wurde, ist der Park der älteste botanische Garten in der südlichen Hemisphäre. Bereits im Jahre 1735 kaufte der Franzose Mahé de Labourdonnais die 37 Hektar große Landfläche, errichtete ein Bewässerungssystem und baute erste Gewürze und Pflanzen an. 1913 übernahm das Ministerium für Landwirtschaft die Betreuung. Das Hauptaugenmerk des erholsamen Grüngeländes sind die riesigen Wasserlilien (Giant Amazon Water Lily). Die Seerosen haben einen Durchmesser von mehr als einem Meter.

Die riesige Talipot Palme

Ein weiterer Blickfang ist die Talipot Palme. Die über zwanzig Meter hohen Bäume sind einzigartig, und Glück demjenigen, der die Chance hat, sie blühen zu sehen. Denn während ihres mehrere Jahrzehnte andauernden Lebens, zeigt sie ihre volle Pracht nur ein einziges Mal, und das kurz bevor sie stirbt. Die bedrohte Palmenart steht auf der Liste gefährdeter Pflanzen der UN, die Pamplemousses Gardens sind einer der wenigen Orte, wo es den Baum überhaupt noch zu sehen gibt.