Walmendingerhorn (Quelle: skiresort.de)

Lass es powdern: Die fünf besten Skigebiete für Tiefschneefahrer

Lass es powdern: Die fünf besten Skigebiete für Tiefschneefahrer
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Der Skitourismus ist in den Alpen zu einer wahren Industrie avanciert. Individualisten und Genießern ist es mittlerweile zu eng geworden auf den planierten Pisten. Die Freiheit des Skifahrers braucht Raum. Und unberührten Pulverschnee, der um die Ohren stobt. Powder, Mann! Tiefschneefahrer, so genannte Freerider möchten ihre persönliche Signatur in den Tiefschnee schreiben. Tiefschneefahren ist immer noch etwas für Könner, aber nicht mehr so ein Hexenwerk wie noch vor 15 Jahren. Die moderne Ski-Technologie hat Bretter entwickelt, mit denen der Fahrer förmlich auf dem Schnee schwimmt.

Immer mehr Skigebiete öffnen ihre unpräparierten Hänge für Freerider. Oft beginnen sie direkt an der Liftstation. Überall in den Alpen gibt es daher Hot Spots für Freerider. Viel wichtiger als die Location sind aber oft Ortskenntnis oder die Begleitung durch einen ortskundigen Guide. Denn das schönste Freeride-Paradies nutzt nichts, wenn man den Einstieg in den Hang nicht findet. Und das Allerwichtigste: Freerider sollten sich immer über die aktuelle Lawinensituation kundig machen und niemals ohne die entsprechende Schutzausrüstung in ungesicherte Hänge einfahren. Informationen zur aktuellen Lawinenlage gibt es beim Deutschen Alpenverein.

Wir geben einen Überblick über ein paar der schönsten Ziele für Freerider in den Alpen:

Tignes – das Tiefschnee-Eldorado in der Olympia-Region

Die Franzosen haben Skigebiete in die Berge modelliert, deren Pisten oft genauso breit wie lang sind – wahre Autobahnen also. Doch Tignes in den französischen Savoyer Alpen hat sich in den letzten Jahren zu einem Eldorado der Freerider-Szene entwickelt. Die Hänge des 3.465 Meter hohen Grand Motte sind eine der größten Tiefschnee-Arenen der Alpen. Das Terrain bietet so viel Platz, dass jeder Freerider bequem täglich mehrmals seine Spur in jungfräulichen Schnee schneiden kann.

Nur wenige Kilometer weiter nördlich markiert Chamonix im Wortsinne den Top of Europe. Die charmante Olympia-Gemeinde liegt zu Füßen von Europas höchstem Berg, dem Mont Blanc mit einer Höhe von 4.810 Metern. Für Freerider ist die 20 Kilometer lange Tourenabfahrt Vallee Blanche eines der alpinen Top-Erlebnisse, welches sich in Frankreich befindet. Infos zum Skiresort gibt es unter tignes.net.

Tignes

Tignes (Quelle: skiresort.de)

Pulverschnee mit Panorama – „Stänt’n“ und Lech am Arlberg

St. Anton und Lech am Arlberg in Österreich gelten nicht nur als beliebtes Winterziel des internationalen Jetset. Szene-Menschen sprechen das ja längst nicht mehr als „Sankt Anton“ aus, sondern betont lässig englisch als „Stänt’n“. Das Skigebiet ist exklusiv, schneesicher und auch noch richtig groß. Seit in dieser Saison die Flexenbahn den Betrieb aufnahm, bilden die beiden Orte mit über 300 verbundenen Pistenkilometern eines der größten Skigebiete der Alpen. Lech bietet als einziger Ort in Österreich Heli-Skiing an. Ein sehr exklusives Vergnügen für Tiefschnee-Abfahrten von Mehlsack und Scheetäli. Highlight des Skigebiets ist die Skitour „Weißer Ring“ mit einem Panoramablick über die Lechtaler Alpen. Im benachbarten St. Anton erschließt sich über die Bahn auf den Valluga-Grat die Zufahrt zu einer Reihe von gesicherten Skirouten und Tiefschneehängen im Mendlgebiet.

Heli-Skiing

Heli-Skiing (Quelle: Pixabay/talentbuddyev)

Dammkar-Abfahrt – es führt kein anderer Weg ins Tal

Es muss nicht immer die riesige Schnee-Arena sein. Und Schicki-Micki brauchen viele Tiefschnee-Genießer auch nicht. Für Solo-Spieler und ein echter Geheimtipp für Menschen, die eine sportliche Herausforderung suchen, ist die Dammkar-Abfahrt bei Mittenwald, unweit von Garmisch Partenkirchen. Wer mit der Seilbahn zur Bergstation der Karwendelspitze hinauf fährt, der findet hier keine präparierte Piste. Es führt nur ein Weg zurück ins Tal: Über das Dammkar, mit sieben Kilometern Deutschlands längste Tourenabfahrt. Nach starken Neuschneefällen wird hier regelmäßig der Schnee gesprengt – dann ist hier auch wieder jungfräulicher Tiefschnee. Vorbei an der dramatisch schroffen Wand der Tiefkarspitze führt die Abfahrt mit bis zu 40 Grad Gefälle ins Tal. Den Absacker in der Dammkar-Stube an der Talstation hat man sich nach der Abfahrt redlich verdient. Nähere Infos unter Karwendelbahn.de.

Dammkar-Abfahrt

Dammkar-Abfahrt (Quelle: skiinfo.de)

Innsbrucks Nordkette – ein Freeride-Juwel

Innsbruck ist eine der Top-Wintersport-Metropolen der Alpen. Zweimal war die Tiroler Landeshauptstadt Austragungsort der Olympischen Spiele. Rund um Innsbruck gibt es viele Hotspots für Freerider. Die Könner blicken ehrfurchtsvoll hinauf zur Nordkette und dem Hafelekar. Diese Direttissima gehört quasi zum Gebetbuch jedes überzeugten Freeriders. Vom Hafelekar hinab zur Seegrube führen die steilsten und gefährlichsten Abfahrten Europas mit bis zu 70 Prozent Gefälle. Die schweren Tiefschneehänge unterhalb der Seegrube locken Freerider aus aller Welt. Und das Schönste daran: Aus der Innsbrucker Innenstadt ist man in ein paar Minuten auf dem Gipfel. Die Zahnradbahn zur Hungerburg mit Anschluss an die Seilbahn startet wirklich mitten aus der Stadt. Innsbruck hat sich zu einer szenigen und pulsierenden Studentenstadt entwickelt. Die Après-Ski-Partys in der Iglu-Bar Cloud9 an der Seegrube sind Legende. Dazu ist Innsbruck die wahrscheinlich zentralste Wintersportgemeinde der Welt. Die Stadt hat einen internationalen Flughafen. Mit einem Mietwagen kommen Sie von dort in nicht einmal 20 Minuten zur Bergbahn. Infos unter nordkette.com.

Nordkette

Nordkette (Quelle: nordkette.com)

Walmendingerhorn ­– das unbekannte Highlight im Kleinwalsertal

Zum Schluss noch ein geheimes Highlight, das in noch keinem der bekannten Freeride-Führer erwähnt wird. Das Kleinwalsertal hat wegen seiner Nordstaulage überdurchschnittlich viele Schneefälle. Und das ist auch schön für Freerider. Als absolute Sensation gilt erfahrenen Freeridern die Variation vom Walmendingerhorn ins Schwarzwassertal. Der Einstieg ist mit nur einem geringen Aufstieg leicht vom Skigebiet aus zu erreichen. Die Abfahrt liegt nordseitig und konserviert deshalb den Powder. Den oberen Teil bilden steile Wiesenhänge ohne Felsen. Im unteren Teil führt die Abfahrt dann über flachere Almwiesen. Die Abfahrt mündet in einen Wanderweg zur nahen Auenhütte. Wer noch fahren möchte, nimmt von dort aus den Lift hinauf zum Ifen. Wer nicht, gönnt sich ein Bier auf der gemütlichen Sonnenterasse. Infos zu Bahnen- und Pisten Öffnungzeiten finden sich auf kleinwalstertal.com.

Walmendingerhorn

Walmendingerhorn (Quelle: skiresort.de)