Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, kommt manchmal in unseren Augen ganz schön skurril rüber. Haben Sie schon einmal davon gehört, dass der Name einer Stadt durch einen Münzwurf entschieden worden ist? Portland, Oregon hätte sich fast Boston nennen dürfen. Es verlor und ist heutzutage aber für zwei recht unterschiedliche Dinge bekannt, nämlich für Bier und Rosen. In der Stadt der Rosen, wie Portland auch genannt wird, gibt es auf die Einwohnerzahl gerechnet die meisten Brauereien der Vereinigten Staaten. Außerdem herrscht das ideale Klima für die Rosenzucht und so ist jeder öffentliche oder private Garten stolz auf eine Vielzahl von verschieden Rosengewächsen. Im Washington Park gibt es den International Rose Test Garden mit 7.000 Rosenarten und 500 Unterarten. Das Portland Rose Festival im Juni lockt mit der Floral Parade über 500.000 Besucher an. Andererseits findet hier die größte Biermesse Amerikas statt, wo sich insbesondere kleinere Brauereien mit neuen Kreationen hervortun, wie z.B. Himbeerbier. Nicht jedermanns Sache, aber Rosenbier soll es hier immerhin auch schon geben.
Das kommt Ihnen ein bisschen komisch vor? Dann kennen Sie die Keep Portland Weird (Portland muss skurril bleiben) Bewegung noch nicht. Anfangs sollten die Leute dazu gebracht werden, mehr in den kleineren Läden einkaufen zu gehen, jetzt ist die Angelegenheit ziemlich politisch.
Aber natürlich können Sie in Portland und Umgebung viel mehr unternehmen als nur Bier trinken und Rosen verschenken. Portland verbindet ein liberales, urbanes Flair mit einer der schönsten Naturlandschaften Nordamerikas, über die der mächtige Mount Hood thront. Hier können Sie in einen der vielen Nationalparks der Umgebung fahren oder die Indianer im Yakama Reserve besuchen, aber besonders empfehlenswert ist hier die Küstentour. Also, schnappen Sie sich einen Mietwagen und auf gehts an den Pazifik!
Erste Anlaufstation sollte hier Astoria sein, ein alter gemütlicher Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist. Hier können Sie wunderbar Fisch essen und Ozeandampfer vorbeiziehen sehen. Der Ort ist voller alter viktorianischer Gebäude, so dass er ständig für Hollywood als Filmkulisse herhalten muss. Ein paar Autominuten weiter südlich findet man die Gemeinde Canon Beach, ein Anlaufpunkt für Lebenskünstler und Surfer, bekannt auch durch seine kilometerlangen einsamen Sandstrände. wie geschaffen für einen gemütlichen Spaziergang. Wer will, kann hier auch mit einem gemieteten Strandbuggy durch die Dünen kurven.
Wieder ein Stück weiter südlich trifft man auf das malerische Küstenstädtchen Newport. Hier ist alles Meer, Fischmarkt und Meeresmuseum in einem. Hier können Sie noch einen richtigen alten Hafen bewundern, echte Antiquitäten und in kleinen Meeresfrüchte-Restaurants einkehren, auf die die Einheimischen spezialisiert sind. Lohnenswert ist auch ein Besuch im Oregon Coast Aquarium, von Haien nur durch ein paar Millimeter Plexiglas getrennt.
Überall auf der Küstentour können Sie selbstverständlich übernachten, es finden sich leicht Hotels oder Herbergen in allen Preiskategorien. Von Newport aus haben Sie es auch nicht mehr weit zu den berühmtesten Badeorten Oregons, Brookings und Goldbeach. Und dann sind Sie schon fast in Kalifornien. Sollten Sie aber wieder zurück in die urbanen Arme von Portland wollen, dann können Sie einen Schlenker zum Silverside National Park machen, wo sich ein 50 m hoher, begehbarer Wasserfall befindet. Und wenn Sie wieder in Portland sind, und Ihnen dort alles ein bisschen skurril und lustig vorkommt, denken Sie daran, dass Matt Groening, Sohn der Stadt und Erfinder der Simpsons, sich hier inspirieren lassen hat. Wen wundert es, Bier und Rosen eben!