Die bunten Segel der Surfer im Vordergrund, dahinter flache Häuser, deren Dächer in der Sonne glänzen und ganz im Hintergrund der alles überragende Tafelberg, von dem die Wolkenmassen hinabzustürzen scheinen: Der Blick auf Kapstadt ist wohl eine der bekanntesten Stadtansichten der Welt. An der Westküste Südafrikas wurde Kapstadt im 17. Jahrhundert als erste Stadt des Landes gegründet – so erhielt sie auch ihren Beinamen Mutterstadt.
Unweit der Küste thront das älteste noch erhaltene Gebäude Südafrikas: die sternenförmige Festung Castle of Good Hope. Einst zum Schutz der ersten Siedler gebaut, beheimatet sie heute drei Museen – die Good Hope Gallery, das Military Museum und die William-Fehr-Collection. Aus der Gründerzeit ist ebenfalls Company’s Garden erhalten: Stadtgründer Jan Riebeeck legte ihn ursprünglich als Gemüsegarten an, der zur Versorgung von Seefahrern auf ihrem Weg nach Indien diente. Mittlerweile sind viele exotische Pflanzen, Teiche und Volieren hinzugekommen, außerdem ein Duftgarten und viele gemütliche Cafés. Am Rande des Gartens liegen außerdem zwei weitere Museen.
Nördlich der Innenstadt liegt eine der wichtigsten Vergnügungsviertel Kapstadts: die Victoria & Alfred Waterfront. Früher war es ein verwahrlostes Werftviertel, heute bietet es Abwechslung in über 40 Restaurants, Kneipen, Shops und Kinos. Ein weiterer Hot-Spot zum Ausgehen und Feiern ist die Long Street – Feinschmecker kommen in der Kloof Street auf ihre Kosten.
Kapstadt ist auch unter Wassersportlern und Badeurlaubern bekannt: Der Bloubergstrand im Norden ist Treffpunkt für Surfer aus aller Welt. Von hier aus hat man auch den besten Blick auf die Stadt und den Tafelberg. Wer einfach nur in der Sonne liegen und sich vielleicht auch ins maximal 19 °C warme Atlantik-Wasser wagen möchte, findet dafür die schönsten Strände im Süden, in Camps Bay und Clifton. Hin und wieder könnten Urlauber dabei Besuch von Pinguinen bekommen.
Doch all die Sehenswürdigkeiten werden von dem einen, großen Wahrzeichen Kapstadts überragt: dem Tafelberg. 1.068 Meter ist er hoch und auf dem Plateau wachsen 1.400 verschiedene Pflanzenarten – das sind mehr, als in ganz Groß Britannien. 12 Wanderrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führen hinauf zum Gipfel. Da das Wetter rund um den Tafelberg sehr schnell umschlagen kann, sollten sich Wanderer vor Beginn des Aufstiegs über die aktuellen Witterungsverhältnisse informieren. Es geht aber auch bequemer: Innerhalb von fünf Minuten bringt eine Seilbahn Besucher auf über 1.000 Meter Höhe. Während der Fahrt drehen sich die Gondeln, so dass jeder Fahrgast in den Genuss einer atemberaubenden Aussicht kommt, die nur von dem Blick vom Gipfel aus übertroffen wird.
Bei guter Sicht kann man bis weit über die Stadtgrenzen hinaus ins Land schauen. Auf der Wasserseite fällt der Blick zu erst auf die legendäre Insel: Robben Island.
Auf der Gefängnisinsel saß Nelson Mandel 18 Jahre lang ein. Heute gehört die Insel zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Führungen durch das dortige Museum werden von ehemaligen Insassen geleitet. Auch die Gewässer rund um die Insel sind interessant: Hier und am nahegelegenen Smits Riff hat sich eine schillernde Unterwasserwelt gebildet, die zahlreiche Schnorchler anlockt.
An den Osthängen des Tafelbergs erstreckt sich einer der größten botanischen Gärten der Welt. 9.000 Pflanzen sind im Kirstenbosch Botanical Garden beheimatet. Zusätzlich gibt es einen Kräutergarten, einen Steingarten und eine Hecke aus wilden Mandelbäumen. Besonders schön ist der Garten zwischen August und Oktober, wenn auf der Südhalbkugel der Frühling Einzug hält.
Wer ein Auto hat, sollte unbedingt über die N1 in die Winelands fahren: Die Städte Stellenbosch, Franschhoek und Paarl gelten als Wiege des südafrikanischen Weinanbaus. Seit über 300 Jahren wird hier international geschätzter Wein geerntet und gepresst. Für eine Fahrt durch weite Täler, Pinienwälder, schroffe Bergformationen und verschlafene Orte sollte man mindestens einen Tag einplanen.
50 Kilometer südlich von Kapstadt liegt das Kap der guten Hoffnung – der südwestlichste Punkt Afrikas. An der Küste erstreckt sich eine bizarre Felslandschaft, die weit ins Meer hinausragt. Die gefährlichen Felsen, starke Winde und unruhige See wurden in der Vergangenheit für etwa 3.000 Schiffe zum Verhängnis.
Besuchen Sie die Mutterstadt Südafrikas – wer einmal in die Traumstadt Kapstadt kommt, wird immer wiederkehren!