Quer durch Polen: Vom „Paris des Ostens“ über Danzig in die „polnische Sahara“
Polens reizvolle Städte und unentdeckten Landschaften lassen sich am bequemsten mit dem Auto erkunden. Wer sich einen ersten Eindruck von Polen verschaffen möchte, sollte seine Fahrt in Breslau, dem heutigen Wrocław, starten. Die niederschlesische MetropoleWrocław, ehemals Breslau, versprüht den Charme eines noch zu entdeckenden Paris des Ostens
Ein Altstadt-Bummel am Ring mit seinen restaurierten Bürger-Häusern und dem berühmten gotischen Rathaus entlang ist ein Muss. Dort laden die zahlreichen Außenterrassen der Cafés zu einem typischen Stück schlesischen Mohnkuchen ein. Der benachbarte Salz-Markt mit seinen zahlreichen Blumenständen hat eine bezaubernde Atmosphäre.
Danach führt eine Fahrt auf der Oder mit einem der kleinen Ausflugsdampfer an der berühmten Dominsel vorbei. Diese erste Besiedlung durch die Piasten-Fürsten um 900 ist heute noch einen Besuch wert. Besonders romantisch ist ein Abendspaziergang über die Dominsel, die noch immer mit alten Gaslaternen erleuchtet wird.
Quer durchs Land von Niederschlesien aus, vorbei an Posen und Bromberg geht die Fahrt dann nach Danzig. Mit dem Panorama-Blick über die ganze Stadt bietet der Turm des Rechtsstadt-Rathauses einen ersten Höhepunkt für jeden Danzig-Besucher. Die älteste Kirche Danzigs, die Nikolaikirche aus dem 12. Jahrhundert, liegt im Nordwesten.
Die Marienkirche, der größte Backsteindom der Welt, liegt nur fünf Minuten entfernt vom Rathaus am Langen Markt.
Der Weg führt für Bernstein-Fans danach auf jeden Fall in die malerische Frauengasse. Ein kleiner Laden reiht sich hier an den anderen. Von modern bis traditionell findet sich ein Mitbringsel aus der alten Hansestadt für jeden Geschmack.
Und dank der noch moderaten Preise auch sicher für jeden Geldbeutel. Der kurze Spaziergang an den Kai der Mottlau endet direkt am Danziger Wahrzeichen: dem Krantor. Wer sich gerne gruselt, sollte hier diesen Geheimtipp in der Nähe des berühmten Krantores besuchen: den Folterkeller an der Promenade. Plastisch wird dort das schaurige Mittelalter wieder lebendig.
Im August darf man den Dominikaner-Markt nicht versäumen.Dieser traditionelle Markt aus dem 13. Jahrhundert der sämtliche Regierungsformen überstanden hat, ist eine wilde Mischung: Es gibt eine Kirmes für Kinder und einen Flohmarkt, der von Kunst und Kunsthandwerk bis hin zu Schnäppchen alles bietet. Außerdem einen riesigen Schmuckmarkt, der jeden Bernstein-Liebhaber in Entzücken versetzt. Auch das Kultur- und Konzertprogramm, das den ganzen Sommer lang kostenlos auf den großen Plätzen geboten wird, ist jedes Jahr wieder sehenswert.
Von dort ist es nicht weit bis an die Ostsee: Seeluft schnuppern im beliebten Badeort Leba mit dem beeindruckenden Naturpark Slowinzien. Der nächste Besuch in Polen ist danach sicher schon fest eingeplant.
Die „polnische Sahara“ wird dieser kaschubische Küstenabschnitt auch genannt.
In gut zwei Stunden sind die Traumstrände des Seebades Leba von Danzig aus mit dem Auto zu erreichen. Wegen der Wanderdünen versank vor Jahrhunderten der kleine Fischer-Ort in der „polnischen Sahara“, im Sand, und musste deshalb ins Landesinnere verlegt werden.
Überschaubar und gemütlich ist Leba bis heute geblieben. Die Natur spielt hier die Hauptrolle. Neben den kilometerlangen Sandstränden der Ostsee ist der Nationalpark Slowinzien mit seinen bis zu 42 Meter hohen Dünen die Hauptattraktion. Gelegen ist diese geschützte Naturoase zwischen dem Leba und dem Garder See. Hoch auf den Dünen des Nationalparks bietet sich dann ein phantastischer Blick über die beiden Binnenseen und weit über die Ostsee.