Pisa bietet mehr als „nur“ den schiefen Turm
Der Turm steht schief und das schon seit langem. Der schiefe Turm von Pisa, der „Torre pendente“, ist eines der bekanntesten Gebäude Europas – aber es ist längst nicht alles, was die toskanische Stadt seinen zahlreichen Besuchern zu bieten hat.
Pisa ist bei italienischen und ausländischen Touristen gleichermaßen beliebt. Wer Pisa “nur” als architektonische und historische Perle betrachtet – weit gefehlt. Denn die Umgebung der Stadt bietet gute Möglichkeiten zum Wandern, Reiten, Ferien auf dem Bauernhof und Golfspielen an. Aber auch Wassersportler kommen an den weißen Sandstränden auf ihre Kosten.
Aber dennoch – der schiefe Turm ist der unbestrittene Liebling. Der Bau wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder unterbrochen – denn schon damals begann sich das heutige Wahrzeichen zu neigen, weil der Turm auf sandigem Untergrund errichtet wurde. Zwischenzeitlich durften zum Schutz des Gebäudes niemand hinauf steigen. Schließlich wurde er durch eine beeindruckende Sanierungsmaßnahme für die nächsten Jahre gerettet. Der Untergrund der nicht abgesunkenen Seite des Turmes wurde stückweise abgesaugt – der Turm richtete sich etwas auf. Er darf nun wieder besucht werden.
Festivitäten und traditionelle Wettkämpfe
Im Juni locken Folklore- und religiöse Festivitäten. Wer ein besonderes Motiv für seine Kamera sucht, dem sei der Tag des „patron Saint“ empfohlen. Denn dann werden die Ufer des Arno mit Kerzen geschmückt.
Eine weitere sehenswerte Festivität ist das Gioco del Ponte. Männer in historischen Kostümen befinden sich auf dem Ponte di Mezzo. Ziel des Wettkampfes ist es einen sieben Tonnen schweren Wagen von der Nord- auf die Südseite (bzw. umgekehrt) zu schieben. Das Event ist eine Art „umgedrehtes Tauziehen“, in welchem die nördlichen gegen die südlichen Stadtviertel antreten. Es wurde schon vor mehreren hundert Jahren durchgeführt – wahrscheinlich Ende des 14. Jahrhunderts.
Besuchen Sie Florenz – die Stadt von Galileo Galilei
Pisa ist auch Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. In der Stadt leben rund 90.000 Einwohner. Hiervon sind gute die Hälfte Studenten – dadurch wirkt die Stadt sehr lebendig.
Mit dem Mietwagen bietet sich eine Weiterfahrt in das 80 Kilometer entfernte pittoreske Florenz an – zum Beispiel zum Grabmal des herausragenden Wissenschaftlers Galileo Galilei. „Und sie dreht sich doch,“ soll Galileo Galilei beim Verlassen des Gerichtssaales gesagt haben. Wissenschaftlich belegt ist dies jedoch ebenso wenig wie die Tatsache, dass er die Fallgesetze am schiefen Turm von Pisa durch das Hinabwerfen von Gegenständen erforscht hat. Der berühmteste Einwohner der Stadt wurde am 15.02.1564 in Pisa geboren. Galileos Grabmal kann man sich heute in der Kirche Santa Croce ansehen. Auch ein Ausflug an das nahe Meer lohnt. Auch Certosa in Calci oder die „Basilica of San Piero a Grado” sind mit dem Mietwagen besser zu erreichen.
Für die Architektur der Stadt war vorwiegend das Mittelalter entscheidend. Plätze, religiöse Gebäude und die charmanten engen Gassen. Der zweite Star der Stadt ist die „Piazza dei Miracoli“. Wer bei diesem Namen an eine bekannte Nudelmarke denken muss – „miracoli“ heißt übersetzt „Wunder“... Pisa hat aber weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Zum Beispiel den Hafen und den Environmental Park of San Rossore. Wer im Urlaub neben Spaziergängen zu den Sehenswürdigkeiten und großem Pasta- und Pizzagenuss noch ein wenig Bewegung bekommen möchte, der kann sich in der Stadt an mehreren Stellen Fahrräder ausleihen.