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Besuch an der Skelettküste

Donnernd branden die Wellen des Atlantiks an den Strand, Wind peitscht Wasser und Sand über die wohl unwirtlichste Küstenregion der Welt: die Skelettküste im Nordwesten von Namibia. In den frühen Morgenstunden liegt die Region oft in dichten Nebel gehüllt. Einst wurde dieser Nebel vielen Schiffen und Walen zum Verhängnis. Skelette und Schiffswracks zeugen von den Unglücken längst vergangener Tage. Wer hier strandete hatte keine Chance, denn landeinwärts war Nichts als Sand: die Namib-Wüste.

Heute stehen große Teile der Küste unter Naturschutz – der nördliche Abschnitt bis zur Grenze nach Angola ist nur unter Leitung zu besichtigen, der südliche Abschnitt ist für jeden frei zugänglich. Wer bis in den Norden gelangt, sollte nahe dem Camp Terrace Bay die Ohren spitzen: Bei richtiger Windstärke und –richtung hört man die „Röhrenden Dünen“. Der Sand erzeugt Reibungsgeräusche wenn er vom Dünenkamm hinabrutscht, ähnlich einer Schneelawine in den Bergen.

Erleben Sie die höchsten Dünen der Welt

Weiter südlich hört man die Dünen zwar nicht, dafür sind sie aber weithin sichtbar: Im Sossusvlei, einer von Sand umschlossenen Salz-Ton-Pfanne, erheben sich die höchsten Dünen der Welt. Düne Nummer 7 ist mit etwa 380 Metern die höchste ihrer Art. Besonders in den Abendstunden, wenn die Sonne tief steht, zaubert das goldene Licht fantastische Schattenspiele auf die roten Riesen.



Der südlichste Küstenabschnitt in Namibia ist größtenteils für die Öffentlichkeit gesperrt. Keine seltenen Tiere sollen hier geschützt werden, sondern wertvolle Bodenschätze: Diamanten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die glitzernden Steine zufällig bei dem Bau einer Eisenbahnlinie entdeckt. Seitdem kontrollieren Firmen die Region. Auf dem Weg in die Hafenstadt Lüderitz kommt man mit dem Mietwagen an einst eilig errichteten Siedlungen vorbei, die heute verlassen als Geisterstädte daliegen.

Zudem befindet sich Keetmanshoop auf der Strecke. Von hier aus sollten Reisende unbedingt den „Spielplatz der Riesen“ besuchen – riesige Felsen, die sich zu bizarren Formationen auftürmen. Ganz in der Nähe befindet sich außerdem ein seltener Köcherbaumwald. Die Bäume werden bis zu neun Meter hoch, über einen Meter dick und sind über 200 Jahre alt.

Auf ins Hochland

Von Ketmanshoop im Süden kann man durchs Landesinnere ins Hochland bis in den Norden Namibias fahren. Ungefähr auf halber Strecke gelangt man in die Hauptstadt Windhoek. Tintenpalast, Südwester Reiter und Alte Feste heißen die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die deutschen Namen sind kein Zufall, denn Ende des 19. Jahrhunderts hieß Namibia noch Deutsch-Südwestafrika und war deutsche Kolonie. Die Alte Feste ist eine Festung, die heute das Nationalmuseum von Namibia beherbergt.

Der Tintenpalast ist der Sitz des namibischen Parlaments, der Nationalversammlung und des Nationalrats. Den Namen hat der Palast von der damaligen deutschen Bevölkerung erhalten, die über die vielen dort arbeitenden Schreiberlinge und den hohen Tintenverbrauch spotteten. Wer mehr über die Kolonialzeit und die weitere Geschichte Windhoeks hören möchte, findet schnell einen Ansprechpartner: Viele Einwohner sprechen noch Deutsch.

Die Walfischbucht

Weiter gen Norden zweigt die Bundesstraße 2 von der 1 ab und führt zum bedeutendsten Seehafen des Landes: Walfischbucht. Auch hier findet man noch überall Spuren der einstigen deutschen Herrschaft. Im Hafen legen Ausflugsboote zur Vogel-, Robben- und Delfinbeobachtung ab.

Die Bundesstraße 1 führt weiter durch das Damaraland mit seinen berühmten Felsmalereien, einem von Lavaströmen verbrannten Berg und zahlreichen Orgelpfeifen (rote Basaltsäulen).

Etosha Nationalpark

Ganz im Norden erstreckt sich dann der Etosha Nationalpark. Rund um die Etosha-Pfanne, die nur in der Regenzeit (November bis April) Wasser führt, gibt es weites Weideland für nahezu alle Tierarten des afrikanischen Kontinents: Elefanten, Giraffen, Raubkatzen, Antilopen und Zebras sind nur einige Vertreter der scheinbar unbegrenzten Artenvielfalt.

Die Kalahari-Wüste

Der Osten Namibias wird von der Kalahari-Wüste dominiert. Die endlos erscheinenden Dünen werden im Nordosten des Landes aber plötzlich von dichtem Grün abgelöst. Während es in vielen Teilen Namibias manchmal jahrelang nicht regnet und die Temperaturen bis auf über 60°C steigen, erstreckt sich auf einem schmalen Streifen eine grüne Oase. Der Caprivi-Streifen wird von mehreren Flüssen durchzogen, die das ganze Jahr Wasser führen. An den Ufern wächst dichter, tropischer Urwald, der besonders große Elefantenherden anlockt.



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