Aber auch die Einflüsse der ehemaligen Kolonialmächte sind unverkennbar: So gibt es mit Ceuta und Melilla an der Mittelmeerküste zwei spanische Städte auf marokanischem Terrain, zudem kann man sich wunderbar mit Französisch und vereinzelt Spanisch (v.a. im Norden) verständigen.
Lassen Sie sich an besonders schönen Orten mehr Zeit, erleben Sie einen Tag das bunte Treiben und den Duft exotischer Gewürze auf den Marktstraßen - den Spuks - von Tetouan, durchfahren Sie das Rif-Gebirge mit seiner typischen Vegetation, bis Sie in Meknès für mehrere Tage heimisch werden.
Diese Stadt wird Ihnen durch die große Anzahl ihrer Schutzmauern und eine Vielzahl prächtiger Tore auffallen - schauen Sie sich unbedingt das Stadttor Bab Mansour an! Die Stadt war im 17. und 18. Jahrhundert Hauptstadt unter dem exzentrischen Herrscher Moulay Ismail.
Da Sie dank Ihres Mietautos mobil sind, können Sie ganz unkompliziert einen sehr bildenden Tagesausflug nach Volubilis, der ehemaligen Römersiedlung, starten, in denen man erstaunlich gut erhaltene Säulen und prächtige Bodenfliesen besichtigen kann.
Ihr nächstes Ziel sollte Fès sein, dessen Markt wohl der prächtigste ganz Marokkos ist. Sie betreten die Medina (arabisch für “Altstadt”) durch das Tor “Bab Boujeloud”. Lassen Sie sich von den zahlreichen Händlern die ortstypischen Lederwaren und Teppiche vorführen. Doch nun heißt es “Nase zu!”, denn Sie gelangen in das berüchtigte Gerber- und Färberviertel, in dem Arbeiter in großen Lehmbottichen Stoffe und Leder mit nasenbetäubenden Naturstoffen aller Art färben.
Mit Ihrem Mietauto können Sie sich nach Ihrem Aufenthalt in Fès auf den Weg gen Süden machen, die Straßen sind hier meist gut ausgebaut. Fahren Sie vorbei an der Quelle Sidi Harazem, deren Namen Sie auf Mineralwasserflaschen wieder erkennen, rasten Sie für ein paar Stunden in Ifrane, einem kleinen Skiort, der schweizerisch anmutet, und steuern Sie im Anschluss daran den Mittleren Atlas an, wo Sie sich in Midelt ein Hotel für die Nacht suchen können.
Ein Ausflug in die Umgebung der Stadt lohnt sich, wenn Sie sich dafür begeistern können, zwischen Zedern Affen mit Ihren Jungen beim Spielen zuzusehen (Geheimtipp!) und glitzernde Mineralien zu erwerben. Reisen Sie weiter in die Sahara, wo ab Höhe der Kleinstadt Tafilalt roter Wüstensand das Bild prägt, und halten sich von dort an gen Westen, wobei Sie unbedingt die beiden gigantischen Schluchten Todra und Dadès durchfahren müssen.
Lassen Sie sich Zeit, anzuhalten und unter forschen Felsvorsprüngen in einem der Restaurants und Hotels in der Todra-Schlucht, eine Tajine, das köstliche landestypische Schmorgericht aus Huhn, Lamm, Gemüse und Fisch im Tongefäß, oder Couscous zu genießen. Für Extremsportfans gibt es Angebote zum Free-Climbing in den Schluchten.
Vielleicht erkennen Sie die Kulisse eines Ihrer Lieblingsfilme wieder? Der krönende Abschluss Ihrer Reise und ein idealer letzter Eindruck dieses faszinierenden Landes ist Marrakech. Sie sollten sich ein paar Tage nehmen, um diese Stadt zu erkunden. Auf jeden Fall müssen Sie den berühmten Platz “Dschema el Fnaa” besichtigen.
Schlürfen Sie für den Spottpreis für 3 Dirham (umgerechnet 30 Cent) einen frisch gepressten Orangensaft an einem der Saftstände, bestaunen Sie die Turngruppen, die auf dem Platz ihre Akrobatiken aufführen, und lassen Sie sich verzaubern von den Schlangenbeschwörern, die mit Flötentönen und geschmeidigen Bewegungen glänzend schwarze Kobras gen Himmel dirigieren.
Lassen Sie sich einfach treiben und handeln Sie leidenschaftlich mit den Händlern in den verwinkelten Suks am Dschema, wo Sie inmitten von Gewürzdüften und Zimtaroma letzte Einkäufe tätigen können.
Nach einem letzten unvergesslichen Abend auf der Dachterrasse eines der schönen Restaurants in der Altstadt, an dem Sie noch einmal den klaren Sternenhimmel sehen, wie er sich zu Hause nie zeigt, geht es am nächsten Tag, den Kopf voller wunderbarer Erinnerungen zurück in die Heimat.
Sie werden stolz sein über die zurückgelegte Strecke, sicherlich auch wehmütig. Aber trösten Sie sich, denn sicherlich werden Sie auch denken: “Ma assalaama, al-Maghribiya!” - Auf Wiedersehen, Marokko, und bis zum nächsten Mal!