Wer in Riga die Altstadt erkunden möchte, startet am besten am Pulverturm. Er schützte mit 27 anderen Türmen eine Hauptstraße Rigas, die so genannte Sandstraße. Er wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von den Schweden zerstört und dann Mitte des gleichen Jahrhunderts nochmals errichtet. Die Schweden zerstörten jedoch nicht nur, sondern bauten während ihrer Herrschaft das Schwedentor – das einzige der heute noch existenten Stadttore Rigas.
Der Schreck untreuer Ehefrauen waren die Glocken der St.-Jakobs-Kathedrale. Denn deren Glocken läuteten nicht nur bei schweren Gefahren, sondern laut Erzählungen auch dann, wenn eine Ehebrecherin an ihr vorbeiging. Vielleicht funktionieren sie auch heute noch... An der Kathedrale wurden mehrere Arbeiten durchgeführt, die alte Architektur blieb aber dennoch erhalten. Es mischen sich verschiedene Stilrichtungen. Es sind sowohl romanische und gotische Elemente in der Kirche vorhanden – dieser Mix macht aber den besonderen Charme des Gotteshauses aus.
Beeindruckend und allemal ein Motiv für die Kamera ist das Schwarzhäupterhaus. Das Gebäude ist eines der beeindruckendsten in der ganzen Stadt. In der Abendsonne leuchten die gestuften Fassaden in einem satten leuchtendem Orange. Die Schwarzhäupter waren fahrende Kaufleute, die sich vereinigt hatten und sich als Schutzpatron einen Afrikaner ausgesucht hatten.
In Riga sind viele Architekturstile vertreten, die Stadt kann auch mit Jugendstil aufwarten, rund 800 Gebäude sind es insgesamt. Es lohnt ein Spaziergang in dem Viertel Alberta iela.
Die Hauptstadt des Landes hat über 50 Museen zu bieten. Die Auswahl der Museen reicht von dem lettischen Geschichts- oder Kriegsmuseum über ein Maritimes Museum bis hin zum Natur- oder Pharmaziemuseum – es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Leseratten sollten einen Besuch im Literaturmuseum abstatten, die medizinisch Interessierten in das Medizinmuseum und die „Allrounder“ in das „National Museum of Fine Art“ gehen.
Mit dem Mietwagen bietet sich auch ein Ausflug zu der KZ-Gedenkstätte Salaspils (Kurtenhof) an. An diese Stelle wurden knapp 300.000 Menschen gebracht, mehr als 100.000 wurden, teils mit lettischer Hilfe, von den Deutschen kaltblütig ermordet. Sieben große Steinfiguren und ein Metronom in einem dunklen Marmorblock verleihen der Gedenkstätte eine gespenstische Atmosphäre, die eindringlich an die Zeit des zweiten Weltkrieges erinnert und dafür Sorge trägt, dass das Grauen niemals vergessen wird. Besonders bewegend: Die steinernde Skulptur, die sich stellvertretend für all die anderen versucht zu stützen und aufzustehen – man merkt ihr jedoch an, dass sie mit ihren Kräften am Ende ist und diese Bewegung nie mehr zu Ende ausführen wird...