Wären Sydney und Melbourne sich einig gewesen, so würde es das Australian Capital Territory, kurz ACT, heute nicht geben. Im Streit darum, ob Sydney oder Melbourne Hauptstadt Australiens werden solle, konnte keinerlei Übereinkommen erzielt werden. Frei nach dem Motto „wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“ sollte eine andere Stadt Hauptstadt werden. Das Problem war lediglich, welche? Nach langen Verhandlungen wurde beschlossen, dass eine neue Stadt gebaut werden sollte. Also wurde ein Wettbewerb zur Städtebauplanung ausgeschrieben, den Walter Burley Griffin gewann. Das Ergebnis der Bauvorhaben, nämlich Canberra, ist eine recht nette, wenn auch sehr gerade und akkurat gebaute Stadt. Heute ist Canberra sowohl Hauptstadt der Region Australien Capital Territory als auch ganz Australiens. Inzwischen haben sich 300.000 Menschen in dieser Stadt niedergelassen.
Einige Sehenswürdigkeiten in Canberra sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Zum einen ist das Parliament House einen Abstecher wert. Ein riesiges Mosaik auf dem Vorplatz, welches dem Bild „Possum Wallaby Dreaming“ des führenden Aboriginal Künstlers Michael Tjakamarra Nelson nachempfunden ist, empfängt Sie schon beim Betreten des Gebäudes. Dieses Mosaik wurde mit etwa 90.000 handgefertigten Granitstücken von drei Handwerkern erstellt. Fachkundige Guides begleiten Sie durch das politische Gebäude und erklären alles Wissenswerte.
Ein außergewöhnliches und spannendes Museum ist das „National Museum of Australia“ . Mit Witz, Kreativität und besonderer Architektur werden Sie dort durch die Geschichte und das Leben der Australier.
Ein ernsteres Thema behandelt das „War Memorial Museum“ . Mit Filmen, Fotos und Artefakten erzählt es von der Rolle der Australier in kriegerischen Auseinandersetzungen. Ein eindrucksvolle Sammlung von Flugzeugen finden sich der „Anzac Hall“ und der „Aircraft Hall“ .
Das Australian Capital Territory hat aber mehr zu bieten, denn in dem, nicht weit von Canberra gelegenen, Namadgi National Park gibt es Wanderwege für alle Erfahrungsstufen. In diesem Park kann man hervorragend Vögel beobachten und fischen. Im „Namadgi Visitors Centre“ bekommt der Naturfreund Informationen über die Wanderwege und Malereien der Aborigines. 45 Kilometer südwestlich der Hauptstadt liegt das „Tidbinbilla Nature Reserve“ . Lohnenswert sind dort der „Hanging Rock Trail“, der „Church Rock Heritage Loop“ und ein Bad im „Upper Gorge Pool“.
In diesen beiden Parks bekommt man einen guten Eindruck über die ursprüngliche Natur und Pflanzenwelt in diesem Gebiet. Durch intensive Landwirtschaft sind viele anfängliche Pflanzen zurückgedrängt worden. Resistent gegen die meisten Einflüsse ist allerdings der Eukalyptus. Diese Pflanze ist optimal an die Naturbedingungen in Australien angepasst. Eukalyptus trotzt sogar den alljährlichen Buschbränden. Beim Durchstreifen der australischen Natur findet man oft schwarze, angekohlte Baumstämme – ein Zeichen des letzten Buschbrandes.
Wenn es auch Sie ans Wasser zieht, sollten Sie eine gemütliche, teilweise aber ein wenig anstrengende Radtour um den Lake Burley Griffin unternehmen. Rund 35 Kilometer lang und mit schönem Blick radelt es sich gut um den See herum. Diese Fahrt können Sie sich auch mit einem Besuch der einen oder anderen Sehenswürdigkeit versüßen. Sie sollten beispielsweise einen Abstecher zum Canberra Bicycle Museum oder zum National Aquarium mit Wasser- und australischen Landtieren machen. Fahrräder können Sie an mehreren Orten der Stadt ausleihen.
Einen guten Ausblick auf die Stadt bietet der 843 Meter hohe Mount Ainslie. Ein Stück zu diesem Lookout Point kann man sogar mit dem Mietwagen hochfahren. Für das restliche Stück muss man dann allerdings zu Fuß gehen, aber es lohnt sich! Versprochen!